Portrait Nino Görsch

Auf ein Wort… Nino Görsch

Das hier war doch noch nicht alles. Anlässlich seiner 5-jährigen Mitgliedschaft haben wir Nino ausführlich interviewt. Viel Spaß beim lesen.

Portrait Nino Görsch
Nino Görsch

Bullets:

Wer bist du?

Nino:

Ich bin Nino, 28 Jahre alt, aus Berlin-Lichtenberg und spiele seit 5 Jahren American Football als Linebacker bei den Berlin Bullets.

Bullets:

Was machst du?

Nino:

Ich habe im Sommer meine Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel abgeschlossen und arbeite jetzt bei Kaufland in Neuköln. Mit dem Studium der Energie- und Prozesstechnik und später dann der Elektrotechnik hat es nicht sein sollen. Aus meiner Technikaffinität  heraus habe ich das Studium damals begonnen. Letztendlich fehlte mir die Motivation und ein klares Ziel auf das ich hinarbeiten konnte. Durch meinen Nebenjob bin ich dann zum Einzelhandel gekommen.

Das tat meiner Leidenschaft zur Technik aber keinen Abbruch. Ich hab noch nie eine Bedienungsanleitung gebraucht, um ein Gerät zu verstehen. Auch im Familien- und Freundeskreis bin ich ein geschätzter Ansprechpartner, wenn es um Technikfragen geht.

Bullets:

Wenn du so technikverliebt bist, hast du dir sicher auch große Gedanken über den korrekten Namen deines heimischen WLANs gemacht?

Nino:

Ja, ne… ich hab´s mal umbenannt aus Spaß und es heißt „Aha Aha soso“. Ich kann nur jedem empfehlen, sich mal in seiner Nachbarschaft die Netzwerke anzuschauen. Ein sehr spaßiges Vergnügen.

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Bullets:

Jetzt haben wir uns schon ne viertel Stunde über Apple, Samsung und Formfaktoren unterhalten, kommen wir nochmal auf deinen Job zurück. „Warum haben Sie sich für Kaufland entschieden?“

Nino:

Ich hab mich damals bewusst für das Unternehmen entschieden. Die Unternehmensphilosophie, der Umgang mit den Mitarbeitern, die Bezahlung… sprich das Gesamtpaket hat einfach gestimmt. Ich wäre auch zu keinem anderem Einzelhandelsunternehmen gegangen und freue mich nun sehr darauf meine berufliche Karriere dort weiterzuführen.

Bullets

Hast du einen Plan?

Nino:

Ja, jetzt wo ich endlich verdiene gibt es eine lange Liste von Dingen abzuarbeiten. Zum Beispiel den Kauf neuer Ausrüstung, ich spiele nämlich noch immer mit meiner Ersten.  Ich habe vor, mindestens noch bis 30 zu spielen und auch nur dann aufzuhören, wenn mein Körper nicht mehr mitmacht. In den letzten Jahren habe ich mich nie ernsthaft verletzt und hoffe es bleibt auch in den kommenden Jahren so. Ansonsten gibt es ja noch Senior-Flag oder Coaching, auf jeden Fall bleibe ich dabei. Nicht spielen oder trainieren ist nicht mein Ding. 🙂

Bullets:

Jetzt wird’s sportlich. Welcher Sport konnte dir nicht das Bieten, was dir der American Football seit 5 Jahren bieten kann.

Nino:

Begonnen hab ich wahrscheinlich wie jeder mit Fussball. Hab das aber zu Beginn meiner jugendlichen Findungsphase sein gelassen und mich mehr oder weniger dem Karate gewidmet. Mit Anfang 20 wurde ich dann erst wieder richtig sportlich aktiv und hab mit Fitness begonnen. Auch das wurde mir dann auf Dauer zu einsam und langweilig und ich begab mich auf die Suche nach einem Teamsport.

Bullets:

Das war dann dein Einstieg bei den Bullets. Wusstest du, was dich erwartet?

Nino:

Ehrlich gesagt nicht. Durch meine damalige Freundin hab ich American Football als Sport in Deutschland erst wahrgenommen. Ich hatte auch echte Bedenken, ob ich mit 23 Jahren nicht zu alt dafür bin. Diese Sorge hat mir Henne aber genommen, als er mir bei meinem ersten Trainingsbesuch von einem Durchschnittsalter von 22 Jahren erzählte. So kam ich zu den Bullets.

nino4Bullets:

Was macht für dich den besonderen Reiz am American Football aus.

Nino:

Dazu gehören viele Elemente.Von Beginn an hat mich der Zusammenhalt und das familiäre Verhältnis im Team begeistert. Zudem finde ich die amerikanische Sportkultur sehr interessant. „Aufstehen, Sport machen. Essen, Sport machen. Schule, Sport machen. Essen… usw.“ Das habe ich mir in Teilen zu eigen gemacht und versuche dies auch konsequent so durchzuziehen.

American Football ist Rasenschach. Die Möglichkeiten von Taktik und Einsatz statt  roher Gewalt machen für mich diesen Sport so besonders. Früher war meine Assoziation zum Football, Leute die sinnlos auf sich einprügeln. Durch Coach Falk habe ich dann eingeimpft bekommen: „Hart spielen, aber mit Köpfchen“. So kommt man zum Erfolg. Außerdem spielt der Teamfaktor eine wichtige Rolle. Man gewinnt zusammen, man verliert zusammen und steht füreinander ein. Das macht American Football zum geilsten Sport.

Bullets:

2016 lief alles andere als perfekt. Als einer der Team-Captains kam dir eine besondere Rolle zu. Wie würdest du die Saison und dein Engagement bewerten.

Nino:

Ich war jetzt das zweite Jahr Captain und es hat mir viel Spaß gemacht das Team zu führen. Ich würde dies auch gerne weiter machen und mich noch „mehr anstrengen“. Es war nicht immer einfach aber insgesamt eine coole Sache den Respekt und das Vertrauen des Teams zu haben. Woran es im Einzelnen in dieser Saison gelegen hat, lässt sich nicht so einfach sagen. Das ganze ist ja immer so ein Gesamtwerk. Gefühlt würde ich sagen, ist die Offense seit Jahren die Achillesferse im Team. Auch dieses Jahr hatten wir wieder viele Neuzugänge, die sich selbst und ihre Position im Team erstmal finden mussten. Kein leichter Job für die Coaches da eine konstante Leistung abzurufen.

Es wird auch noch einige Zeit brauchen bis da wieder ein Pool von erfahrenen Spielern zur Verfügung steht, aus dem man schöpfen kann. Ich denke wir sind auf dem richtigen Weg und der Erfolg kehrt zurück.

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Bullets:

Was war dein besonderes Highlight in den letzten Jahren?

Nino:

Das Spiel gegen die Razorbacks um den Aufstieg in die 4. Liga. Wir mussten, glaube ich, mit einer 7-Punkte-Differenz gewinnen, um im direkten Vergleich mit den Razorbacks besser zu sein.  Am Ende haben wir das Ding mit einer geilen Teamleistung 10:0 gewonnen. Alle hatten ein Ziel, waren fokussiert und am Ende hatten wir diesen wahnsinnigen Erfolg. Das ist eines der Topspiele an das ich mich immer gerne erinnere.

Bullets:

Football, Football, Football, gibts da noch was anderes?

Nino:

Hm… eigentlich kaum. Zur Zeit muss ich den Sport etwas zurückstellen, da durch meinen Job im Schichtdienst es mir länger nicht möglich sein wird, zum Training zu gehen. Aber ansonsten hat Football einen sehr hohen Stellenwert für mich. Wenn ich kann, geh ich zum Training – will ich zum Training -, ich kuck Football und mach Fitness für Football.

Bullets:

Fährst du auch mal nach London, um Football zu schauen?

Nino:

Ja, steht auf der Todo-Liste ganz oben. Ich warte nur noch auf die richtige Spielpaarung.

Bullets:

Wer müsste auf jeden Fall dabei sein und warum?

Nino:

Die Green Bay Packers! Zu den Packers bin ich gekommen, da diese, als ich mit Football begonnen habe, den Super Bowl gewonnen haben. In der Folgesaison habe ich dann alle Spiele von Green Bay verfolgt. Die Packers haben eine super geile Offense und mit Abstrichen eine gute Defense. Sie spielen regelmäßig eine gute Season, verkacken es jedoch in den Play-offs.

Bullets:

Schade nur, dass ProSiebenMAXX nicht mehr Spiele überträgt, damit du öfter Green Bay sehen kannst?

Nino:

Ich finds gut das ProSieben das macht. Sie bringen damit American Football der breiten Masse näher. Ich steck allerdings zu tief im American Football drin, als das mich die Kommentatorenleistung vom Hocker reißt. Und außerdem hab ich nen NFL Game Pass 😛

Bullets:

🙂 Okay, jetzt wissen wir wo man NFL schnorren kann. 😉

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Bullets:

Welche drei Zahlen zwischen 1 und 100 haben für dich eine besondere Bedeutung und warum?

Nino:

#21 meine Spielernummer seit 3 Jahren. Ich hatte mal mit der #34 begonnen. Die #21 wollte ich gerne wegen Charles Woodson Safety/Cornerback bei Green Bay. Dieser Spieler hat mich defensetechnisch am meisten geprägt.

Meine zweite Zahl ist die #100, weil ich den Anspruch an mich selbst habe immer 100% zu geben. Wenn ich etwas mache, dann aber richtig.

Die dritte Zahl ist die #82 die Spielernummer meines Buddy Konni. Er hat etwa ein halbes Jahr nach mir angefangen und im Laufe der Jahre sind wir sehr gute Freunde geworden.

Bullets:

Hast du ein sinnloses Talent?

Nino:

Ja, ich hab ziemlich gute Reflexe, die falsch gesteuert sind. Sprich ich möchte etwas was gerade runterfällt aus einem Impuls heraus auffangen, und lass das was ich gerade in der Hand hatte los. Im Ergebnis ziemlich sinnlos aber meine Reflexe sind top.

Bullets:

Bist du Optimist, Pessimist oder Realist?

Nino:

Ich würde sagen Optimist mit einem kleinen Tick Realismus. Ich denke grundsätzlich immer an einen positiven Ausgang und solange dieser nicht eintritt, ist es nicht der Ausgang einer Sache. Ich versuche nicht immer alles ganz so ernst zu nehmen im Leben, was nicht immer ganz so gut ist. Aber das passt schon und alles wird gut irgendwie.

Bullets:

Was hältst du von Sport?

Nino:

Ich liebe Sport. Sport ist wichtig. Ich möchte auch im Alter noch fit sein. Sport ist wichtig für die eigene soziale Entwicklung des Charakters, gerade wenn man einen Teamsport betreibt.

Bullets:

Vielen Dank, möchtest du deinen Lesern noch was mitteilen?

Nino:

Ich freue mich schon riesig auf die neue Saison und das wir 2017 motiviert und mit viel Einsatz guten und erfolgreichen Football spielen.

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