Auf ein Wort.. Coach Eggi – Teil 1

Ich habe mich mit David getroffen und bei einem gemütlichen Frühstück im La Paz über die Bullets und was ihn damit verbindet unterhalten.

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Hallo Coach Eggi, immer wieder kommt es zu Verwirrungen darüber wer David Heinzinger ist. Wie und Warum du zu deinem Spitznamen gekommen bist wird aber erst am Ende verraten. Wie würdest du American Football charakterisieren und warum liebst du diesen Sport so sehr.

 Eggi:

American Football ist Kollisionssport und Taktik. Man kann sowohl durch sein eigenes Handeln  als auch  im Team viel  bewirken. Es ist eine charakterprägende Sportart wie keine Andere. Erfolg hat man nur im Team aber es braucht auch die besonderen Charaktere (Ego-Spieler) die einfach mal sagen „Gib mir den Ball und ich mach´s.“ Das kommt vielleicht für Außenstehende arrogant rüber, aber diese Spieler sind für das Team unheimlich wichtig und oftmals  die besten Teamplayer. In keinem anderen Sport treffen so viele verschiedene Charaktertypen aufeinander und gerade deshalb findet sich für jeden nicht nur im Spiel die passende Position.

Frank:

Kommen wir zu dir und wie du zu den Bullets gefunden hast. Wem müssen wir einen großen Dank aussprechen dich als Spieler und Coach im Verein zu haben?

Eggi:

Bevor ich zu den Bullets kam, habe ich etwa 2 Jahre Karate gemacht. Zugegeben nicht sehr erfolgreich, einfach nur um etwas Bewegung zu haben, ich war wohl etwas moppelig damals. Ausschlaggebend war eine sehr unangenehme Erfahrung mit zwei anderen Jugendlichen, die mich und einen Kumpel auf dem Weg vom Karatetraining nach Hause tierisch aufgemischt haben. Da habe ich mich ernsthaft gefragt wozu ich die letzten zwei Jahre Karate trainiert habe. In der Situation hat es mir jedenfalls nicht geholfen. Durch eine Freundin meiner Mutter habe ich dann den Weg zu den Bullets gefunden. Ich weiß noch genau wie ich zum ersten Mal, schon damals auf der Cecilienstraße, zum Training kam und Thorsten vorgestellt wurde. Ein kurzes „Können wir gebrauchen“ und ich war dabei. Ich habe schnell gemerkt wie viel Spaß mir dieser Sport macht und bin total darin aufgegangen. Mit jeder Trainingseinheit stieg mein Selbstbewusstsein und ich kam jedes Mal mit stolz geschwellter Brust nach Hause, wenn es ein „Good Job“ im Training gab. Der damalige Flagcoach Heiko hat mir die Grundlagen des Spiels beigebracht und ich hab mich schnell ins Team integriert. Da mich  meine Mama  allein großgezogen hat, glaube ich fehlte mir auch eine männliche Bezugsperson, welche ich durch Thorsten und andere im Verein gefunden habe. Das  hat mich sehr  geprägt und ich möchte es nicht mehr missen.

Meine Mama kam dann auch in meiner ersten Saison mit dazu und hat sich für den Verein sehr engagiert. Den Bullets ist sie  bis heute treu geblieben. Wegen Job und so  musste sie etwas kürzer  in der Vereinsarbeit treten. Trotzdemhat sie stets den Kontakt gehalten und es freut mich sehr das sie nun wieder die Zeit hat als Physio an Spieltagen die Mannschaften zu unterstützen. Ihr Herz schlägt halt grün-weiß.

Nach den Flags ging es mit 15 Jahren dann zur Jugend, wo ich erstmal lernen musste meine Körpermasse richtig einzusetzen. Auch wenn mir der Körperkontakt durch das inzwischen abgeschaffte 9er-Flag (Blocken auf Brusthöhe erlaubt) nicht unbekannt war, ist Tackle-Football nochmal eine ganz andere Hausnummer. Dort kam ich dann auch zu meinem Spitznamen. Anfangs als D-Liner und ab und zu als Guard in der Offense bin ich später auf meine Stammposition als Center gerückt, welche ich schon im  Flag-Football gerne gespielt habe.

Frank:

Irgendwann kam dann der Punkt bei dir wo du nicht nur mehr spielen, sondern auch als Coach dein Wissen an andere weitergeben wolltest. Wann war das und warum hast du dich dazu entschieden?

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Eggi:

Als ich zu den Männer ging war das gerade die Zeit wo die Bullets keine Männermannschaft für den Spielbetrieb melden konnten und die Jugendmannschaft befand sich neu im Aufbau. Zu diesem Zeitpunkt haben ich bei beiden Mannschaften mittrainiert, bevor ich dann 2009 in die Männermannschaft gewechselt bin. Da habe ich zum ersten Mal als Defense-Koordinator die Jugend mitgecoacht. Ich habe damit die Nachfolge von Coach Paul angetreten der wegen des Studiums nicht mehr die Zeit dafür hatte. Er hatte mir das damals als Männerspieler und Jugendcoach genauso vorgelebt und ich konnte meine ersten Coachingerfahrungen sammeln. Wegen Schule und so wurde es dann auch bei mir zeitlich schwieriger und ich beschränkte mich erstmal nur wieder aufs Spielen. Etwa nach zwei Jahren bekam ich dann von Michael Löffler, der damals die Jugend gecoacht und das Flagteam neu aufgebaut hat, einen Anruf, ob ich nicht Zeit und Lust hätte wieder als Coach einzusteigen. So kam es das ich Coach der Flaggies geworden bin. Eine schwierige Truppe damals aber da ich mich gerade am Anfang meiner Ausbildung zum Erzieher befand, empfand ich dies als große Herausforderung und Bereicherung für meine Ausbildung. Beides hat sich gut ergänzt und noch heute profitiere ich sowohl im Beruf als auch beim Coaching davon.

Zwischenzeitlich wurde das Frühstück gereicht, für Eggi gab´s Frühstücks-Rührei 1 mit Orangensaft und ich gönnte mir das Mexikanische Frühstück, serviert auf einem 70 Grad heißem Teller, sodass wir erstmal weiter plaudern konnten ohne uns die Hände am Tellerrand zu verbrennen.

Frank:

Die Saison 2016 steht vor der Tür, aber du musst unfreiwillig als Spieler pausieren. Was ist passiert und wirst du die Bullets-Familie anderweitig zur Seite stehen?

Eggi:

Ja, ziemlich dumme Sache eigentlich. Ich war Dummy beim Matten-Tackle und erwartete wie geplant den Tackle von rechts. Wie tausende Mal vorher sollte ich zusammen mit dem Tackler nach links auf die Matte fallen, nur blieb bei der Aktion mein Fuß stehen. Nach dem Besuch im Krankenhaus war ich noch hoffnungsvoll das es nur eine Prellung ist, als die endgültige Diagnose kam: Kreuzbandriss. Das war erstmal ein Schock für mich als Spieler, weil die Pläne für die Saison dahin waren. Das ist in meiner langen Footballkarriere die erste schwere Verletzung gewesen.  In dem Moment da mir klar war das ich dieses Jahr nicht spielen werde, habe ich für mich beschlossen, trotzdem immer beim Training dabei zu sein  und zu helfen wo ich kann. So übernehme ich Aufgaben im Coaching der Linebacker und Specialteam, um die anderen Coaches zu entlasten. Die Operation ist für den 1. April 2016 geplant, deshalb kann ich leider nicht beim Hallenflagturnier in Erkner dabei sein. Aber mit Coach Jens haben die Flags einen guten Ersatz gefunden, der viel Erfahrung mitbringt. Ich denke das ich zum Saisonstart am 1. Mai 2016 wieder soweit fit bin, um die Bullets anzufeuern. Das will ich mir auf keinen Fall entgehen lassen!

Frank:

Du sprichst den Saisonstart an, welche Erwartungen und Wünsche hast du für die drei Mannschaften.

Eggi:

Bei den Flags wünsche ich mir das wir gut starten und da konzentriert Weiterarbeiten  wo wir  letzte Saison aufgehört haben. Ich möchte mit den Flags viele Spiele gewinnen und vielleicht sogar auch einen Turniersieg holen. Mindestens der 2. Platz sollte bei den kommenden Turnieren immer drin sein. Zur Mannschaft sind  viele motivierte neue Spieler  gekommen, die sich die Grundlagen schnell angeeignet haben und zusammen mit den erfahrenen Spielern ein gutes Team bilden. Nicht zu vergessen die Spieler, die von unten aufgerückt  und total „heiß“  aufs Spielen sind.

Bei den Männern ist das erklärte Ziel mehr Spiele zu gewinnen  als in der ausgeglichenen Saison 2015,bekannte Fehler abstellen und Führungsspieler weiter aufzubauen. Dies hat gut funktioniert so das ich denke, dass wir die uns gesteckten Ziele erreichen können, solange alle dran bleiben, motiviert sind und sich da keiner rausnimmt. Wir haben eine gute Tiefe derzeit, eine gute Vorbereitung und liegen gut im Zeitplan. Von daher freue ich mich schon sehr auf die Saison und das wir guten Football spielen und eine schöne Zeit haben.

Die Jugend war gerade  nach dem Ende der Saison 2015 unser großes Sorgenkind. Viele Abgänge gerade bei den Führungspositionen und der Wechsel von Coach Private zu den Berlin Adlern mussten erstmal kompensiert werden. Mit Coach Hightower hat die Jugend einen guten Ersatz gefunden,  der zusammen mit weiteren Männerspielern die vielen Neuzugänge zu einem Team macht. Erste Erfolge lassen sich schon verzeichnen, so hat sich die Trainingsbeteiligung extrem verbessert und auch wenn die Neuzugänge nicht die Abgänge ersetzen können, so kann das entstandene Loch zumindest gestopft werden. Dieses Jahr wird ein Jahr werden worauf man aufbauen kann. Auf jeden Fall wird es Spaß machen den Jungs beim Spiel zuzugucken und American Football gerade im Jugendbereich weiter im Bezirk präsent zu machen.Eggi8

Vielen Dank Coach Eggi, ich und die Bullets wünschen dir eine komplikationsfreie OP und schnelle Genesung..

, Im 2. Teil des Interviews frage ich Coach Eggi noch zu den Neuwahlen des Abteilungsvorstandes, 25 Jahre Berlin Bullets, seine Vorbildfunktion sowie was es mit der #21, #55 und #75 auf sich hat und wie er zu seinem Spitznamen kam.

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